Der Weg zur neuen privaten Altersvorsorge

Ab 2027 führen neue Wege auf den Vorsorgegipfel.

Altersvorsorge ist wie eine lange Bergtour. Niemand muss jeden Stein am Wegesrand kennen. Aber es hilft, die Finanz-Route zu kennen: Wo beginnt der Weg? Wie viel legt der Staat dazu? Wie steil darf die Strecke sein? Und wie viel Sicherung fühlt sich richtig an?

Ab dem 1. Januar 2027 gibt es eine neue, staatlich geförderte private Altersvorsorge. Das Herzstück ist das Altersvorsorgedepot. Damit kann Ihr Geld langfristig in Fonds und ETFs investiert werden – mit Zulagen vom Staat und mit der Wahl, wie viel Sicherung Sie unterwegs möchten.

vorsorgepfad.de ist ein Informationsangebot der Kienast & Petersen Finanzmanagement KG.

Die Idee in einer Minute

Sie sparen. Der Staat legt etwas dazu. Ihr Geld darf mitarbeiten.

Stellen Sie sich vor, Sie möchten im Laufe Ihres Berufslebens einen Berg aus Vermögen aufbauen. Sie müssen den Gipfel nicht an einem Wochenende erklimmen – das wäre anstrengend und vermutlich auch eine überanstrengende Idee. Stattdessen gehen Sie regelmäßig ein kleines Stück.

Sie zahlen zum Beispiel jeden Monat 30, 75 oder 150 Euro in einen Altersvorsorgevertrag ein. Der Staat unterstützt Sie mit Zulagen. Das angesparte Geld wird langfristig angelegt und kann zusätzliche Erträge erwirtschaften. Am Ende der Ansparphase beginnt die nächste Etappe: Aus dem aufgebauten Vermögen wird nach und nach Einkommen für den Ruhestand.

Der einfache Ablauf

  1. Sie zahlen regelmäßig ein. Das sind Ihre eigenen Schritte auf dem Weg.
  2. Der Staat legt dazu. Zu Ihren Einzahlungen kommen Zulagen hinzu.
  3. Ihr Geld wird angelegt. Je nach Route mit mehr Sicherheit oder mehr Spielraum für Renditechancen.
  4. Im Ruhestand beginnt die Auszahlung. Dann wird aus dem Vermögen schrittweise Einkommen.

Warum gibt es neue Wege?

Die alte Route war für viele zu kompliziert.

Die Riester-Rente sollte Menschen beim Aufbau einer privaten Altersvorsorge unterstützen. In der Praxis wirkte sie aber oft wie eine Wanderkarte, auf der jemand so viel rumgemacht hatte, das man den eigentlichen Weg kaum noch sah.

Dazu kamen die starren Garantievorgaben. Garantien können Sicherheit geben. Sie führen aber auch dazu, dass ein Anbieter einen großen Teil des Geldes vorsichtiger anlegen muss. Dann bleibt weniger Spielraum für Anlagen, die langfristig höhere Renditechancen bieten können.

Die Reform schafft deshalb mehr Auswahl. Das Ziel ist nicht, alle auf dieselbe Route zu schicken. Es geht darum, unterschiedliche Wege sichtbar zu machen.

GUT ZU WISSEN: Die Reform ist beschlossen, nicht mehr nur geplant. Der Bundestag hat sie am 27. März 2026 verabschiedet, der Bundesrat am 8. Mai 2026 zugestimmt. Das Altersvorsorgedepot wird ab dem 1. Januar 2027 verfügbar sein. Neue Riester-Verträge können ab 2027 nicht mehr abgeschlossen werden.

Die wichtige Weggabelung

Wie viel Sicherung möchten Sie auf Ihrer Tour?

Bei einer Bergwanderung gibt es unterschiedliche Routen. Eine breite, gut gesicherte Strecke fühlt sich ruhig und sicher an. Ein anspruchsvollerer Weg bietet mehr Bewegungsfreiheit – dafür aber auch mehr Auf und Ab. Bei der privaten Altersvorsorge ist es ähnlich.

Sie können zwischen einem Altersvorsorgedepot ohne Garantie und Garantieprodukten mit 80 oder 100 Prozent Garantie wählen. Das klingt zunächst technisch. Der Unterschied lässt sich aber gut erklären.

Route 1:
Garantieprodukt mit 100 Prozent Garantie

Das straff
gespannte Sicherungsseil.

Hier garantiert der Anbieter, dass zu Beginn der Auszahlungsphase (Eintritt in den Ruhestand) mindestens 100 Prozent Ihrer eingezahlten Beträge zur Verfügung stehen.

Ein Beispiel: Sie haben
30.000 Euro eingezahlt.

Dann müssen zu Beginn der Auszahlung mindestens
30.000 Euro bereitstehen.

MERKEN: Schützt die eingezahlten Beträge zum vereinbarten Zeitpunkt – aber keine bestimmte Rendite. Und nicht automatisch vor dem Kaufkraftverlust durch Inflation.

Route 2:
Garantieprodukt mit 80 Prozent Garantie

Ein Sicherungsseil
mit etwas Spielraum.

Hier garantiert der Anbieter, dass zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens 80 Prozent Ihrer eingezahlten Beträge zur Verfügung stehen.

Ein Beispiel: Sie haben über die Jahre 30.000 Euro eingezahlt.

Dann müssen zu Beginn der Auszahlung mindestens 24.000 Euro für eine Rente oder einen Auszahlungsplan vorhanden sein.

MERKEN: Der Mittelweg. Begrenzt das Risiko am Ende der Ansparphase, lässt aber mehr Raum für Renditechancen als die volle Garantie.

Route 3:
Alters-Vorsorgedepot ohne Garantie

Mehr Bewegungsfreiheit
auf dem Weg.

Hier gibt es keine feste Mindestzusage für den Beginn der Auszahlungsphase.

Ihr Geld kann stärker in Fonds und ETFs investiert werden – das schafft langfristig höhere Renditechancen.

Gleichzeitig kann der Wert des Depots schwanken. In schlechten Marktphasen kann er zeitweise deutlich sinken.




MERKEN: Verluste sind möglich. Dafür bleibt der meiste Spielraum, langfristig an den Chancen des Kapitalmarkts teilzunehmen.

Der wichtigste Aha-Moment

Die Garantie wird nicht an jedem Meter geprüft.

Hier entsteht das häufigste Missverständnis. Also kurz festhalten, was eine Garantie nicht bedeutet:

80 Prozent Garantie heißt nicht: „Mein Depot kann niemals mehr als 20 Prozent verlieren.
100 Prozent Garantie heißt nicht: „Mein Depotwert kann zwischendurch niemals sinken.

Auch ein Garantieprodukt kann während der Ansparphase schwanken. Entscheidend ist allein der vereinbarte Zeitpunkt am Ende der Ansparphase (wenn Sie also in den Ruhestand gehen). Dann muss der garantierte Mindestbetrag für die Auszahlung bereitstehen – vorher nicht.

Das ist wie auf einer langen Tour: es kann zwischendurch steil bergab gehen. Das Sicherungsseil sorgt nicht dafür, dass jeder einzelne Schritt bequem ist. Es sorgt dafür, dass Sie am vereinbarten Zielpunkt nicht unter eine bestimmte Höhe rutschen.

Drei Routen im direkten Vergleich

Route / AuswahlMindestens zugesagt zu Beginn der AuszahlungWas bedeutet das für die Anlage?Für wen interessant?
100 % GarantieMindestens 100 % der EinzahlungenStärkere Absicherung, häufig vorsichtigere AnlageHohes Sicherheitsbedürfnis
80 % GarantieMindestens 80 % der EinzahlungenMischung aus Absicherung und RenditechancenWer einen Mittelweg sucht
Ohne GarantieKeine feste MindestzusageGrößter Spielraum für Fonds und ETFs, dafür stärkere SchwankungenLanger Anlagehorizont, Bereitschaft, Schwankungen auszuhalten

In einem Satz: Mehr Garantie kann beruhigen. Weniger Garantie schafft mehr Bewegungsfreiheit für Renditechancen. Welche Route passt, hängt nicht nur von Zahlen ab – auch davon, wie Sie selbst auf Schwankungen reagieren.

Was ist das Standarddepot?

Eine ausgeschilderte Route für alle, die nicht jede Kurve selbst planen möchten.

Manche Menschen beschäftigen sich gern ausführlich mit Fonds und Anlagestrategien. Andere möchten verständlich vorsorgen, ohne ihr Depot regelmäßig neu zu sortieren. Für sie gibt es das Standarddepot Altersvorsorge.

Kurz zur Einordnung:
Das Standarddepot ist keine 4. Sicherungsstufe. Es ist eine besonders einfach ausgeschilderte Form der Route ohne Garantie – mit fertig zusammengestellten Fonds, automatischer Umschichtung Richtung Ruhestand und einem Kostendeckel.

Die Frage „80 oder 100 Prozent Garantie?“ stellt sich hier also gar nicht: Eine feste Mindestzusage gibt es beim Standarddepot nicht. Sie wählen damit nicht mehr Sicherung, sondern weniger Aufwand.

Vereinfacht gesagt arbeitet es mit zwei Fonds: einem chancenorientierten und einem vorsichtigeren. Je näher der Ruhestand rückt, desto stärker wird Schritt für Schritt in den vorsichtigeren Fonds umgeschichtet. So sollen große Schwankungen kurz vor der Auszahlung gedämpft werden.

Wie im Leben: Am Anfang einer langen Tour darf der Weg anspruchsvoller sein – Sie haben viel Strecke vor sich und können schlechtes Wetter eher ausgleichen. Je näher das Ziel, desto ruhiger die Route. Große Experimente kurz vor dem Basislager sind selten eine gute Idee.

Gut zu wissen: Für das Standarddepot gilt ein Kostendeckel. Die Effektivkosten dürfen höchstens 1,0 Prozent pro Jahr betragen – ein spürbarer Unterschied, denn über Jahrzehnte fressen Kosten einen erheblichen Teil der Rendite. Aber Sicherheit und Bequemlichkeit kosten auch – man bleibt quasi auf der Alm sitzen, während andere den Gipfel erklimmen.

Merken: Das Standarddepot ist keine Garantievariante. Es bleibt ein Altersvorsorgedepot ohne feste Mindestzusage. Die automatische Umschichtung soll das Risiko vor dem Ruhestand schrittweise senken.

Altersvorsorge-Depot im Vergleich

Mit dem Auf und Ab zum Anklicken

Depot-Entwicklung bei guter Börsenkurs-Entwicklung Depot-Entwicklung bei durchschnittlicher Börsenentwicklung Depot-Entwicklung bei schlechter Kursentwicklung

Was gibt der Staat dazu?

Unterstützung auf den ersten Etappen.

Die Förderung lässt sich leichter überschlagen als früher:

Ihr Eigenbeitrag pro JahrGrundzulage des Staates
Für die ersten 360 Euro50 Cent je Euro
Für den Teil zwischen 361 und 1.800 Euro25 Cent je Euro
Maximale Grundzulage540 Euro pro Jahr

Die volle Grundzulage erreichen Sie mit 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr (150 Euro im Monat). Mehr dürfen Sie einzahlen – bis 6.840 Euro jährlich –, die Zulage steigt dadurch aber nicht weiter.

Beispiel: 30 Euro im Monat.
Mara zahlt 360 Euro im Jahr ein.
Der Staat legt 180 Euro dazu.

Pro Jahr
Maras eigener Beitrag360 €
Staatliche Grundzulage180 €
Im Vertrag540 Euro

Beispiel: 150 Euro im Monat. Daniel zahlt 1.800 Euro im Jahr ein. Für die ersten 360 Euro gibt es 180 Euro Zulage, für die weiteren 1.440 Euro kommen 360 Euro hinzu.

Pro Jahr
Daniels eigener Beitrag1.800 €
Staatliche Grundzulage540 €
Im Vertrag2.340 €

Zwei Extras, die leicht übersehen werden:

  • Berufseinsteigerbonus: Wer den Vertrag vor dem 25. Geburtstag abschließt, bekommt einmalig zusätzlich 200 Euro. Früh starten lohnt sich also doppelt.
  • Neu für Selbstständige: Erstmals sind auch Selbstständige und Freiberufler förderberechtigt – nicht mehr nur Angestellte und Beamte.

Familien bekommen zusätzlichen Rückenwind

Die Kinderzulage gehört zum Vertrag eines Elternteils.

Für jedes Kind kann ein Elternteil zusätzlich eine Kinderzulage erhalten. Sie fließt nicht in ein eigenes Depot des Kindes, sondern erhöht die Förderung des Altersvorsorgevertrags eines Elternteils.

Für jeden selbst eingezahlten Euro kommt eine Kinderzulage in gleicher Höhe dazu – bis maximal 300 Euro pro Kind und Jahr. Den vollen Betrag erreichen Sie schon mit 25 Euro im Monat. Die Kinderzulage wird für jedes Kind nur einmal gewährt – entweder für den Vertrag der Mutter oder für den Vertrag des Vaters.

Beispiel. Nora hat ein Kind und zahlt 25 Euro im Monat (300 Euro im Jahr) ein.

Pro Jahr
Noras eigener Beitrag300 €
Staatliche Grundzulage150 €
Kinderzulage für ein Kind300 €
Im Vertrag750 Euro

Nicht verwechseln:
Kinderzulage und Frühstart-Rente sind zwei verschiedene Dinge.

  • Kinderzulage: zusätzlicher Zuschuss für den Vertrag eines Elternteils.
  • Frühstart-Rente: ein geplantes eigenes Vorsorgedepot für das Kind (siehe nächster Abschnitt).

Ausblick: die geplante Frühstart-Rente

Zusätzlich zur beschlossenen Reform ist eine Frühstart-Rente geplant. Nach den bisherigen Eckpunkten soll der Staat für Kinder und Jugendliche vom 6. bis zum 18. Lebensjahr monatlich 10 Euro in ein eigenes Altersvorsorgedepot einzahlen – unabhängig vom Einkommen der Eltern.

Das wären 120 Euro im Jahr und über zwölf Jahre rund 1.440 Euro staatliche Einzahlungen, zuzüglich möglicher Erträge. Klingt nach wenig. Über Jahrzehnte kann daraus durch den Zinseszinseffekt aber ein beachtlicher Betrag werden.

Wichtig: Die Frühstart-Rente ist noch nicht endgültig beschlossen. Sie soll in einem eigenen Gesetz geregelt werden. Deshalb steht sie hier bewusst unter „Ausblick“ – Einzelheiten können sich noch ändern.

Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?

Der alte Weg wird nicht über Nacht gesperrt.

Ihr bestehender Riester-Vertrag endet nicht automatisch und wird auch nicht automatisch in ein Altersvorsorgedepot umgewandelt. Bestehende Verträge können weitergeführt werden. Ein freiwilliger Wechsel ins neue System ist möglich.

Ob ein Wechsel sinnvoll ist, hängt von Ihrer Situation ab. Dabei helfen ein paar Fragen:

  • Welche Garantien bietet der bestehende Vertrag?
  • Welche Kosten fallen heute an?
  • Wie lange läuft er noch?
  • Welche Förderung gilt bisher – und welche wäre im neuen System möglich?
  • Welche Wechselkosten könnten entstehen?
  • Wie wichtig sind Ihnen Sicherheit und Flexibilität?

Merken: Nicht vorschnell kündigen. Erst vergleichen, dann entscheiden.

Was passiert im Ruhestand?

Am Gipfel beginnt die nächste Etappe.

Im Berufsleben bauen Sie Vermögen auf. Im Ruhestand verändert sich die Aufgabe: Aus dem angesparten Geld soll regelmäßiges Einkommen werden. Neben einer lebenslangen Rente sind auch Auszahlungspläne möglich. Unter bestimmten Voraussetzungen kann zu Beginn der Auszahlungsphase auch ein Teil des Kapitals entnommen werden.

Wer nach einer langen Tour am Basislager ankommt, verbraucht seinen Proviant nicht in der ersten Nacht. Ein Auszahlungsplan hilft, das Vermögen sinnvoll auf die kommenden Jahre zu verteilen.

Zur Steuer in einem Satz: In der Ansparphase bleiben die Erträge steuerfrei. Die Besteuerung erfolgt grundsätzlich nachgelagert in der Auszahlungsphase. Ob der persönliche Steuersatz im Ruhestand niedriger ist, hängt von der individuellen steuerlichen Situation ab.

Welcher Vorsorgepfad passt zu mir?

Drei Fragen für den Anfang.

Sie müssen nicht jedes Detail kennen, um den ersten Schritt zu machen. Am Anfang reichen drei Fragen:

Wie lange ist meine Strecke noch?

Wer früh beginnt, hat mehr Zeit, Schwankungen auszusitzen.

Wie viel kann ich regelmäßig zurücklegen?

Auch ein kleiner Betrag wächst durch Zulagen.

Wie reagiere ich auf schlechtes Börsenwetter?

Die beste Route ist nicht die mit der schönsten Modellrechnung.
Es ist die, die zu Ihrem Sicherheitsbedürfnis passt – und
auf der Sie auch dann weitergehen, wenn es ungemütlich wird.

Je anspruchsvoller das Vermögen,
desto wertvoller der Bergführer.

Nicht jede Finanzanlage braucht eine intensive Begleitung. 

Aber manche Wege werden mit Erfahrung übersichtlicher.

Das Altersvorsorgedepot soll private Vorsorge einfacher machen. Für viele Menschen ist eine gut ausgeschilderte Standardroute ein sinnvoller Einstieg: regelmäßig sparen, Förderung nutzen, sich nicht ständig mit Fonds und Umschichtungen beschäftigen.

Andere Ausgangslagen sind anspruchsvoller. Vielleicht gibt es schon einen älteren Riester-Vertrag oder mehrere Depots. Vielleicht soll eine größere Summe neu angelegt werden.
Oder der Ruhestand rückt näher, und aus dem Vermögen soll ein verlässlicher Auszahlungsplan werden. Dann kann eine persönliche Begleitung sinnvoll sein.

Was ein Bergführer leisten kann.
(unsere klassische Anlageberatung)

Das Wetter ändern kann er nicht – und auch eine gute Beratung verhindert keine Marktschwankungen. Ein erfahrener Begleiter hilft aber dabei, die passende Route zu wählen, Risiken realistisch einzuschätzen, verschiedene Vermögensbausteine aufeinander abzustimmen, bei unruhigem Börsenwetter nicht vorschnell die Richtung zu wechseln und regelmäßig zu prüfen, ob der eingeschlagene Weg noch zu Ihrer Situation passt.

Je größer das Vermögen und je komplexer die Ausgangslage, desto wertvoller wird die Routenplanung – etwa wenn bestehende Verträge geprüft, ein größeres Vermögen strukturiert oder mehrere Ziele verbunden werden sollen.

Damit sich Anlageberatung für Sie rechnet, sollte ein gewisses Anlagevermögen vorhanden sein — als Orientierung ab 50’000 €. Liegt Ihre Situation darunter, sagen wir Ihnen das offen; oft ist dann die Standardroute die bessere Wahl.

Und die einfache Route bleibt eine gute Route. Wer eine übersichtliche Ausgangslage hat und es unkompliziert mag, ist mit der Standardroute gut aufgehoben. Entscheidend ist nicht, möglichst kompliziert unterwegs zu sein. Entscheidend ist ein Weg, der zu Ihrer Situation passt – und auf dem Sie auch bei einem Wetterumschwung ruhig weitergehen.

Einfache AusgangslageAnspruchsvolle Ausgangslage
Ein Depot, ein Ziel. Regelmäßig sparen, Förderung nutzen, ruhig liegen lassen. • Mehrere Depots oder Verträge nebeneinander, die niemand zusammen betrachtet

• Ein älterer Riester- oder Rürup-Vertrag läuft noch mit

• Eine größere Summe (Erbschaft, Verkauf, Abfindung) soll neu angelegt werden

• Der Ruhestand naht — aus Vermögen soll ein verlässlicher Auszahlungsplan werden

→ Die Standardroute reicht→ Hier lohnt sich Routenplanung mit Begleitung.

Transparent, weil es zur Sache gehört: Ein Bergführer kostet etwas – und sagt das auch. Genau so halten wir es.

Wir verdienen an der Begleitung, nicht daran, Sie auf eine bestimmte Route zu schicken.

Chancen und Risiken gehören auf dieselbe Karte

Was für die neuen Vorsorgemöglichkeiten spricht

  • Der Staat unterstützt Einzahlungen mit Zulagen – bis zu 540 Euro im Jahr, plus Kinderzulagen für Familien.
  • Auch kleine Sparbeträge können sich lohnen.
  • Fonds und ETFs eröffnen langfristige Renditechancen.
  • Es gibt unterschiedliche Wege für unterschiedliche Sicherheitsbedürfnisse.
  • Das Standarddepot erleichtert den Einstieg, mit einem Kostendeckel von 1,0 Prozent pro Jahr.
  • Erstmals sind auch Selbstständige förderberechtigt.
  • Bestehende Riester-Verträge laufen weiter.
  • Die Auszahlungsphase wird flexibler.

Was Sie ehrlich wissen sollten

  • Kapitalmarktanlagen schwanken. Beim Depot ohne Garantie sind Verluste möglich.
  • Auch Garantieprodukte können während der Ansparphase im Wert schwanken.
  • Garantien gelten erst zum Beginn der Auszahlungsphase – nicht an jedem Tag dazwischen.
  • Eine Beitragsgarantie schützt nicht automatisch vor Inflation.
  • Mehr Sicherheit kann die Renditechancen begrenzen.
  • Kosten bleiben wichtig – über Jahrzehnte machen sie viel aus.
  • Menschen mit geringem Einkommen profitieren weniger stark als gut Verdienende.
  • Das Geld ist für den Ruhestand gedacht und nicht so frei verfügbar wie auf dem Tagesgeldkonto.

Häufige Fragen

Ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die private Altersvorsorge. Sie sparen regelmäßig in Fonds und ETFs, der Staat gibt Zulagen dazu. Es wird ab dem 1. Januar 2027 verfügbar sein und löst die Riester-Rente für Neuverträge ab.

Bis zu 540 Euro Grundzulage im Jahr: 50 Cent je Euro für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag, 25 Cent je Euro für den Teil bis 1.800 Euro. Die volle Zulage erreichen Sie mit 150 Euro im Monat. Familien erhalten zusätzlich bis zu 300 Euro Kinderzulage pro Kind.

Die Garantie legt fest, wie viel Ihrer Einzahlungen zu Beginn der Auszahlung mindestens bereitstehen muss. Mehr Garantie bedeutet mehr Sicherheit, aber meist vorsichtigere Anlage und geringere Renditechancen. Beide gelten erst zum vereinbarten Zeitpunkt, nicht an jedem Tag dazwischen.

Er läuft weiter. Es gibt keine automatische Kündigung oder Umwandlung. Ein freiwilliger Wechsel ist möglich, lohnt sich aber nicht in jedem Fall. Erst vergleichen, dann entscheiden.

Ja. Erstmals sind auch Selbstständige und Freiberufler förderberechtigt.

Ja. Wer den Vertrag vor dem 25. Geburtstag abschließt, erhält einmalig zusätzlich 200 Euro (Berufseinsteigerbonus).

In der Ansparphase bleiben die Erträge steuerfrei. Versteuert wird erst die Auszahlung im Ruhestand, meist zu einem niedrigeren Steuersatz.

Möglich sind eine lebenslange Rente oder ein Auszahlungsplan. Unter bestimmten Voraussetzungen kann zu Beginn auch ein Teil des Kapitals entnommen werden.

Nein. Das Standarddepot ist ein Altersvorsorgedepot ohne Garantie. Es schichtet automatisch in sicherere Anlagen um, je näher der Ruhestand rückt, gibt aber keine feste Mindestzusage.

Über vorsorgepfad.de und Kienast & Petersen

vorsorgepfad.de ist ein Informationsangebot der Kienast & Petersen Finanzmanagement KG – einem Finanzdienstleister aus der Region Hannover (Gehrden), tätig seit 2015. Wir beraten zu Altersvorsorge, Geldanlage und Vermögensaufbau.

Unser Anspruch: die neue private Altersvorsorge verständlich erklären – ohne unnötige Fachbegriffe, ohne vorschnelle Empfehlung und mit ehrlichem Blick auf Chancen und Risiken. Eine allgemeine Webseite kann aber nicht jede persönliche Situation abbilden. Für eine individuelle Einordnung zählen unter anderem Alter, Einkommen, bestehende Verträge, familiäre Situation und Sicherheitsbedürfnis.

Transparenzhinweis. Die Inhalte auf vorsorgepfad.de dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Kapitalmarktanlagen sind mit Risiken verbunden; ihr Wert kann schwanken, Verluste sind möglich. Welche Vorsorgelösung geeignet ist, hängt von der persönlichen Situation, den finanziellen Zielen und der Risikobereitschaft ab.

Stand der Informationen: Juni 2026
Quellen: Bundesregierung (Fragen und Antworten zur Reform der privaten Altersvorsorge),
Bundesfinanzministerium (Frühstart-Rente). Beschlossen: Bundestag 27.03.2026, Bundesrat 08.05.2026. Start: 01.01.2027.