Der Weg zur neuen privaten Altersvorsorge
Ab 2027 führen neue Wege auf den Vorsorgegipfel.
Altersvorsorge ist wie eine lange Bergtour. Niemand muss jeden Stein am Wegesrand kennen. Aber es hilft, die Finanz-Route zu kennen: Wo beginnt der Weg? Wie viel legt der Staat dazu? Wie steil darf die Strecke sein? Und wie viel Sicherung fühlt sich richtig an?
Ab dem 1. Januar 2027 gibt es eine neue, staatlich geförderte private Altersvorsorge. Das Herzstück ist das Altersvorsorgedepot. Damit kann Ihr Geld langfristig in Fonds und ETFs investiert werden – mit Zulagen vom Staat und mit der Wahl, wie viel Sicherung Sie unterwegs möchten.
vorsorgepfad.de ist ein Informationsangebot der Kienast & Petersen Finanzmanagement KG.
Die Idee in einer Minute
Sie sparen. Der Staat legt etwas dazu. Ihr Geld darf mitarbeiten.
Stellen Sie sich vor, Sie möchten im Laufe Ihres Berufslebens einen Berg aus Vermögen aufbauen. Sie müssen den Gipfel nicht an einem Wochenende erklimmen – das wäre anstrengend und vermutlich auch eine überanstrengende Idee. Stattdessen gehen Sie regelmäßig ein kleines Stück.
Sie zahlen zum Beispiel jeden Monat 30, 75 oder 150 Euro in einen Altersvorsorgevertrag ein. Der Staat unterstützt Sie mit Zulagen. Das angesparte Geld wird langfristig angelegt und kann zusätzliche Erträge erwirtschaften. Am Ende der Ansparphase beginnt die nächste Etappe: Aus dem aufgebauten Vermögen wird nach und nach Einkommen für den Ruhestand.
Der einfache Ablauf
- Sie zahlen regelmäßig ein. Das sind Ihre eigenen Schritte auf dem Weg.
- Der Staat legt dazu. Zu Ihren Einzahlungen kommen Zulagen hinzu.
- Ihr Geld wird angelegt. Je nach Route mit mehr Sicherheit oder mehr Spielraum für Renditechancen.
- Im Ruhestand beginnt die Auszahlung. Dann wird aus dem Vermögen schrittweise Einkommen.
Warum gibt es neue Wege?
Die alte Route war für viele zu kompliziert.
Die Riester-Rente sollte Menschen beim Aufbau einer privaten Altersvorsorge unterstützen. In der Praxis wirkte sie aber oft wie eine Wanderkarte, auf der jemand so viel rumgemacht hatte, das man den eigentlichen Weg kaum noch sah.
Dazu kamen die starren Garantievorgaben. Garantien können Sicherheit geben. Sie führen aber auch dazu, dass ein Anbieter einen großen Teil des Geldes vorsichtiger anlegen muss. Dann bleibt weniger Spielraum für Anlagen, die langfristig höhere Renditechancen bieten können.
Die Reform schafft deshalb mehr Auswahl. Das Ziel ist nicht, alle auf dieselbe Route zu schicken. Es geht darum, unterschiedliche Wege sichtbar zu machen.
GUT ZU WISSEN: Die Reform ist beschlossen, nicht mehr nur geplant. Der Bundestag hat sie am 27. März 2026 verabschiedet, der Bundesrat am 8. Mai 2026 zugestimmt. Das Altersvorsorgedepot wird ab dem 1. Januar 2027 verfügbar sein. Neue Riester-Verträge können ab 2027 nicht mehr abgeschlossen werden.
Die wichtige Weggabelung
Wie viel Sicherung möchten Sie auf Ihrer Tour?
Bei einer Bergwanderung gibt es unterschiedliche Routen. Eine breite, gut gesicherte Strecke fühlt sich ruhig und sicher an. Ein anspruchsvollerer Weg bietet mehr Bewegungsfreiheit – dafür aber auch mehr Auf und Ab. Bei der privaten Altersvorsorge ist es ähnlich.
Sie können zwischen einem Altersvorsorgedepot ohne Garantie und Garantieprodukten mit 80 oder 100 Prozent Garantie wählen. Das klingt zunächst technisch. Der Unterschied lässt sich aber gut erklären.
Route 1:
Garantieprodukt mit 100 Prozent Garantie
Das straff
gespannte Sicherungsseil.
Hier garantiert der Anbieter, dass zu Beginn der Auszahlungsphase (Eintritt in den Ruhestand) mindestens 100 Prozent Ihrer eingezahlten Beträge zur Verfügung stehen.
Ein Beispiel: Sie haben
30.000 Euro eingezahlt.
Dann müssen zu Beginn der Auszahlung mindestens
30.000 Euro bereitstehen.
MERKEN: Schützt die eingezahlten Beträge zum vereinbarten Zeitpunkt – aber keine bestimmte Rendite. Und nicht automatisch vor dem Kaufkraftverlust durch Inflation.
Route 2:
Garantieprodukt mit 80 Prozent Garantie
Ein Sicherungsseil
mit etwas Spielraum.
Hier garantiert der Anbieter, dass zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens 80 Prozent Ihrer eingezahlten Beträge zur Verfügung stehen.
Ein Beispiel: Sie haben über die Jahre 30.000 Euro eingezahlt.
Dann müssen zu Beginn der Auszahlung mindestens 24.000 Euro für eine Rente oder einen Auszahlungsplan vorhanden sein.
MERKEN: Der Mittelweg. Begrenzt das Risiko am Ende der Ansparphase, lässt aber mehr Raum für Renditechancen als die volle Garantie.
Route 3:
Alters-Vorsorgedepot ohne Garantie
Mehr Bewegungsfreiheit
auf dem Weg.
Hier gibt es keine feste Mindestzusage für den Beginn der Auszahlungsphase.
Ihr Geld kann stärker in Fonds und ETFs investiert werden – das schafft langfristig höhere Renditechancen.
Gleichzeitig kann der Wert des Depots schwanken. In schlechten Marktphasen kann er zeitweise deutlich sinken.
MERKEN: Verluste sind möglich. Dafür bleibt der meiste Spielraum, langfristig an den Chancen des Kapitalmarkts teilzunehmen.







